So stand es heute in unserer Zeitung! Die durchschnittliche Lebenszeit ist binnen 10 Jahren von 76 auf 78 Jahre angestiegen.
Fast am gleichen Tag wird über den 100. Todestag von Alois Alzheimer berichtet. Der größte Risikofaktor, diese Krankheit zu bekommen, ist das Alter! Jeder kann oder wird sie bekommen, wenn er nur alt genug wird.
Das Gleiche gilt auch für meine Krankheit und andere Krebserkrankungen.
Das ist doch mal was zum Nachdenken.
Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium, hier will ich über meine Krankheit berichten
Donnerstag, 17. Dezember 2015
Mittwoch, 16. Dezember 2015
ludovico einaudi
So habe ich nun die zauberhafte Musik aus dem Album "elements" von ludovico einaudi entdeckt und gehört. Dabei versuchte ich, mir klar zu machen, dass nun wohl endgültig ein neuer Abschnitt meiner Krankheit beginnt.
Irgendwo habe ich gelesen "Manchen Männer geht es auch nach dem Versagen der Hormontherapie noch eine Weile gut ..."
Diese "Weile" dürfte aufgebraucht sein.
Nun muss ich nur aufpassen, dass ein ungünstiger Mix von Schmerzmitteln mich nicht wieder in die Depri bringt (Mülltonne).
Donnerstag, 10. Dezember 2015
Teufelsgeige
Ihr Lieblingsinstrument war die Teufelsgeige. Unsere lebensfrohe Nachbarin ist heute verstorben.
Als ich im März 14 meine Diagnose hatte, erzählte ich den Nachbarn davon und sie nahmen liebevoll Anteil. Auf dieser Vertrauensbasis erzählte Resi mir im September von ihrer Diagnose: Darmkrebs mit guten Chancen zur Heilung. Es sei keine Blinddarm OP, hatte man ihr gesagt, aber die Aussichten sind gut.
Resi hatte Kampfgeist, drohte das Krankenhaus zu verlassen, wenn sie nicht ein "gescheites" Bett bekommt. Außerdem kannte sie einen Rechtsanwalt, vor dem alle Ärzte Angst hatten.
Trotzdem wurde sie immer weniger und die entscheidende OP wurde immer weiter heraus geschoben.
Probleme mit der Lunge führten zum Ende, Resi hatte auch aufgegeben und wollte nicht mehr.
Ein innig zusammen lebendes Ehepaar wird auseinander gerissen und mir fällt wieder das Zitat ein: Ich habe keine Angst vor meinem Tod, sondern vor dem, was ich dem Partner hinterlasse.
Als ich im März 14 meine Diagnose hatte, erzählte ich den Nachbarn davon und sie nahmen liebevoll Anteil. Auf dieser Vertrauensbasis erzählte Resi mir im September von ihrer Diagnose: Darmkrebs mit guten Chancen zur Heilung. Es sei keine Blinddarm OP, hatte man ihr gesagt, aber die Aussichten sind gut.
Resi hatte Kampfgeist, drohte das Krankenhaus zu verlassen, wenn sie nicht ein "gescheites" Bett bekommt. Außerdem kannte sie einen Rechtsanwalt, vor dem alle Ärzte Angst hatten.
Trotzdem wurde sie immer weniger und die entscheidende OP wurde immer weiter heraus geschoben.
Probleme mit der Lunge führten zum Ende, Resi hatte auch aufgegeben und wollte nicht mehr.
Ein innig zusammen lebendes Ehepaar wird auseinander gerissen und mir fällt wieder das Zitat ein: Ich habe keine Angst vor meinem Tod, sondern vor dem, was ich dem Partner hinterlasse.
Dienstag, 8. Dezember 2015
Reif für die Mülltonne
Schön, dass uns der Krebs bei der Reise vor einem solchen Tief verschont hat, wie ich es heute Abend erlebte. Gegen die Schmerzen in den Beinen half kein Flutamid und kein IBU mehr: Ich fühlte mich einfach reif für die Mülltonne. Zum ersten Mal habe ich für morgen einen Extratermin bei meinem Uro vereinbart. Ich werde den treffen, der mir "Wait and see" ins Heftchen geschrieben hatte.
Nachtrag am 9.12.:
Meinen Uro hat die "Mülltonne" nicht sonderlich beeindruckt, kein Grund für einen sofortigen Therapiewechsel! "Es geht um Ihr Überleben" sagte er. Erst nach einem aktuellen Staging sollten wir die Therapie wechseln und ich sollte zunächst mit verschiedenen Schmerzmitteln arbeiten. Mit zwei Tilidin habe ich übrigens gestern prächtig geschlafen. Kein Wunder, das Medikament unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz und ist keine Dauerlösung!
Bei dem Bild mit der Tonne habe ich übrigens immer diese Fernsehwerbung vor Augen!
Auch ich versuche, immer der Große zu bleiben, der den Kranken eben mal in die Tonne steckt, wenn er so schlecht drauf ist.
Bislang ist es aber immer gelungen, den Kranken wieder raus zu holen!
Nachtrag am 9.12.:
Meinen Uro hat die "Mülltonne" nicht sonderlich beeindruckt, kein Grund für einen sofortigen Therapiewechsel! "Es geht um Ihr Überleben" sagte er. Erst nach einem aktuellen Staging sollten wir die Therapie wechseln und ich sollte zunächst mit verschiedenen Schmerzmitteln arbeiten. Mit zwei Tilidin habe ich übrigens gestern prächtig geschlafen. Kein Wunder, das Medikament unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz und ist keine Dauerlösung!
Bei dem Bild mit der Tonne habe ich übrigens immer diese Fernsehwerbung vor Augen!
Auch ich versuche, immer der Große zu bleiben, der den Kranken eben mal in die Tonne steckt, wenn er so schlecht drauf ist.
Bislang ist es aber immer gelungen, den Kranken wieder raus zu holen!
Freitag, 4. Dezember 2015
Stoff für eine Episode der beliebten Serie?
Als wir heute am frühen Morgen unseren Zielhafen ansteuerten, kam mir in den Sinn, das wir durchaus Stoff für eine Episode der Serie sein könnten. Da war das mutige Buchen der Reise vor 9 Monaten, dann kam eine lange Zeit der Unsicherheit und fast schon ein Stornierung. Schließlich siegte ein entschlossenes "Wir schaffen das". Der 4 wöchentliche Arzt-Termin fand nicht beim Urologen sondern beim Schiffsarzt statt, dem ich erst mal meine Krankheit erklären musste. Die Tage mit starkem Seegang waren schon eine Herausforderung an die Knochen mit ihren Metastasen und es gab auch gelegentliche Stimmungstiefs. Die Gesamtbilanz der Reise ist aber positiv.So wage ich durchaus Pläne für 2016 und ob das kommende Weihnachten mein letztes sein wird, bewegt mich nicht so, wie vor einem Jahr.
Freitag, 27. November 2015
Vor einem Jahr: Meldung aus dem Cockpit
Mit verschiedenen Bildern habe habe ich immer wieder versucht, meinen Zustand zu beschreiben. Dieser Blog ist für mich selbst wie ein persönliches Tagebuch geworden. Es ist kaum fassbar, dass nun doch schon ein Jahr, und zwar ein überwiegend gutes, vergangen ist. Vor allem war es ein Jahr, das nicht einfach so vergangen ist, sondern intensiv gelebt wurde. Mit gelegentlichen Tiefs haben ich und meine Frau einigermaßen gelernt, umzugehen.
Schlimmer war eigentlich die Zeit vor zwei Jahren, als ich die Krankheit in mir spürte, aber keiner wusste, was es ist. Weihnachten stresst uns nicht, auch wenn übermorgen der 1.Advent ist. Wir sind bei den kanarischen Inseln unterwegs und schließen möchte ich diesen Beitrag mit einem Bild von meiner Lieblingsinsel Lanzarote, die wir kürzlich wieder besuchen konnten.
Donnerstag, 19. November 2015
"Wait and see" nun auf hoher See
9 Monate ist es her, dass ich diese Reise gebucht habe. Es gab immer wieder Zweifel, ob wir die Reise auch antreten. Doch nun sind wir an Bord und das auch noch unter dem Kommando von Morten Hansen (verrückt nach Meer). Diejenigen, die sagten, es sei Wahnsinn, im November durch die Nordsee Richtung Kanal zu fahren, haben voll recht bekommen. Wir hatten gestern Windstärke 11 und es kann eigentlich nur besser werde, da die Skala bei 12 endet. Aber MS Albatros liegt gut im Wasser und meine Knochen habe sich an die ungewohnte Belastung gewöhnt.
Heute war ja der 4 Wochentermin für die "Knochenspritze" und ich ging damit zum Schiffsarzt. Er erledigte das gut und bescheinigte einen guten AZ : "Man sieht Ihnen gar nicht an, dass Sie krank sind". Morgen geht es weiter Richtung Süden und wir hoffen doch noch auf Sonne.In diesem Sinne: Wait and see auf hoher See!
Samstag, 7. November 2015
Prostatakrebs aus der Sicht eines Betroffenen
Es ist geschafft, der Vortrag ist gehalten!
Ich muss mich immer wundern, warum mich dieser Kurzvortrag so beschäftigt hat? Nun, man spricht eben nicht oft vor Publikum so klar und deutlich über sein Leben bis zum Tod.
Ohne mich loben zu wollen, hatte ich den Eindruck, dass der Vortrag gut ankam, auch bei den anwesenden Spezialisten.
Es war anders, als bei Benni Wollmershäuser, aber genau so intensiv - denke ich!
Wer meine Folien sehn will, darf in meine Dropbox gehen:
https://www.dropbox.com/s/q5wbkptybft80xh/Ein%20PCa%20Patient%20berichtet.pdf?dl=0
Freitag, 6. November 2015
Fragen an das Leben
In dieser Novemberausgabe wurde der Schauspieler Ben Becker befragt. Eine Standardfrage betrifft immer das Thema Tod und die Antwort von Ben Becker gibt mir zu denken. Meine Antwort könnte ähnlich ausfallen!
"Muss man den Tod fürchten?"
"Nein, überhaupt nicht, aber deine Freunde, deine Kinder, deine Frau, die müssen deinen Tod fürchten. Du selber machst die Augen zu und schläfst, und es ist vorbei. Ich denke, aus mir wird ein Gänseblümchen – davor musst du keine Angst haben. Ich habe nur Angst vor dem Leiden und der Trauer der anderen...."
Mittwoch, 4. November 2015
Endlose Debatte über Sterbehilfe
Nachdem ich gestern "Hart aber fair" im Fernsehen gesehen habe, muss ich mich doch konkret zu diesem Thema äußern:Als Krebspatient finde ich die Bevormundung bezüglich meines Lebens unerträglich. Bald nach meiner Krebs Diagnose habe ich daher mit einem Freund, den ich über myprostate.eu gefunden habe, an der in Asien beliebten Methode auf CO-Basis gearbeitet. Ich kann nur bestätigen, was mein Freund sagte: Die Arbeit an diesem Projekt nimmt die Angst vor dem Ende! Ich bin nun soweit, dass ich in einem bestimmten Raum meines Hauses nur noch ein paar Sachen auspacken und dann auf einen Knopf drücken muss. Interessierte finden im Anhang einen Link zu dem Bericht.
Ich könnte mir vorstellen, dass Menschen, die ähnlich gestrickt sind wie ich und mein Freund, durchaus an einem solchen Projekt interessiert sein könnten.
https://www.dropbox.com/s/rhj8sip4rmdgut9/Kohlenmonoxid%20in%20geschlossenen%20R%C3%A4umen.pdf?dl=0
Abonnieren
Posts (Atom)

