Montag, 29. Dezember 2014

Leben muss man vorher

Egal, ob es mein letztes war, es war ein schönes Weihnachtsfest! Meist: "the same procedure as last year". Aber das macht dieses Fest ja auch liebenswert. Neuen Schwung bringen die Enkel und wir haben es geschafft, nicht über die Krankheit zu reden.
Nachdem heute wieder Ruhe eingekehrt war, konnte ich die Wochenend-SZ lesen. In einem Artikel bei "Wissen, Körperlos" fand ich folgenden Schlusssatz:
"... Denn kaum noch jemand glaubt, dass es für erlittene Qualen in einem gegenwärtigen Leben später mal eine große Belohnung gibt. Alle Menschen ahnen, dass ihnen nach dem Tod tatsächlich das Nichts entgegentritt. Leben muss man vorher".
Und ich weiß immer noch nicht, wo mein PSA momentan steht. Das hat Zeit bis zum nächsten Jahr!

Montag, 22. Dezember 2014

Der Krebs hat wieder ein prominentes Opfer

70 Jahre wurde Joe Cocker alt. Nun verlor der Sänger mit der markanten Reibeisen-Stimme den Kampf gegen den Krebs.
Es war Lungenkrebs. Der soll schneller sein als PCa. Trotzdem nicht übermütig werden, sage ich mir.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Urlaub von der Krankheit?

Über Weihnachten und Neujahr nehme ich mir "tumorfrei", habe ich beschlossen, und ich denke mein Körper macht mit. Der Urologe will mich auch erst Mitte Januar 15 wieder sehen.
Mein guter Freund und Ratgeber im Forum hat zwar schon warnend den Finger gehoben! Was glaubst Du, wo Dein PSA jetzt schon steht? Aber diesmal schlage ich (ausnahmsweise) seinen Rat in den Wind und ich hoffe, er wird mir verzeihen.
Ich freue mich einfach auf Weihnachten mit der Familie!

Freitag, 19. Dezember 2014

Über den Wolken

unter den Wolken treibt die Weihnachtshektik auf ihren Höhepunkt zu. Letztes Jahr war ich auch tief unten, ich hatte Angst vor Weihnachten und es ging mir schlecht. Keiner wusste warum, dabei tobte der PCa schon kräftig!
In diesem Jahr erlebe ich das Fest aus einer anderen Sicht, ich werde meinen Teil zum Gelingen beitragen und freue mich auf gemütliche Stunden im Familienkreis - unter den Wolken!
Nachtrag: Hat jemand den Berg erkannt? Es ist der Cotopaxi (5879m), wie wir ihn 2005 auf dem Flug von Quito nach Galapagos sahen. Das waren noch Zeiten, als wir solche Reisen unternahmen. Heute sagen wir, gut, dass wir sie gemacht haben.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

CRPCa

Nun steht es endgültig fest, dass ich beim kastrationsresistentem Prostatakarzinom (CRPCa) angekommen bin. Nochmals Dank an Herrn Huggins für die gute Zeit! In das Bild des Fluges TANK45 übersetzt heißt das in etwa:
Die Triebwerke haben einen Schaden, der schleichend größer wird. Wir haben ein paar Hightech Hilfsmittel an Bord, die wir einsetzen können, um den Verfall hinauszuzögern. Aber wir werden dort landen, wo MH370 endete, die Frage ist nur wann. - Die Bevorratung mit Rotwein ist noch gut.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Probleme mit Flug TANK45

Ich fühle mich nicht mehr wohl an Bord und werde das Gefühl nicht los, dass etwas nicht stimmt.

Da hilft auch das Glas Rotwein nichts (und außerdem heißt es ja immer: Alkohol ist auch keine Lösung). Meine Freunde können nicht helfen, solange wir keine belastbaren Daten haben.
Für Donnerstag ist eine Landung mit Untersuchung geplant und dann werden wir sehen, ob es eine Chance gibt, wieder die ruhige Reiseflughöhe zu erreichen.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Vor 60 Jahren starb meine Großmutter - an Krebs

Ich muss an meine Großmutter denken, die ein halbes Jahr sehr gelitten hat. Das Wort Sterbehilfe kannte man vor 60 Jahren vermutlich noch gar nicht.
Am Sterbebett schenkte sie mir ihren goldenen Ehering. Ich sollte mir damit meinen Kelch vergolden, da geplant war, dass ich katholischer Priester werde. Daraus wurde nichts. Den Ring habe ich noch und ich werde ihn an meine Kinder weitergeben.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Der Letzte PSA Wert war kein Messfehler, signalisiert mein Rücken

Es wird Zeit sich über Krebs im Endstadium Gedanken zu machen.
Man findet da nicht mehr so viel im Internet.
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/was-massenmedien-verschweigen
Massenmedien berichten gerne und viel über schulmedizinische Krebstherapien. Sie konzentrieren sich dabei auf (zweifelhafte) Erfolgsmeldungen und neue angeblich vielversprechende Medikamente oder Therapien. Über die Vorgänge auf den Palliativstationen jedoch wird lieber geschwiegen.
Menschen mit Krebs im Endstadium leiden da oft unter den schmerzenden Nebenwirkungen einer erfolglosen schulmedizinischen Krebstherapie.

Bemerkenswert die Anmerkung am Schluß des Artikels:
Das ist hier kein Aufruf, sich bei einer Krebsdiagnose nicht behandeln zu lassen. Es geht viel mehr hauptsächlich darum, dass man sich Informationen aus verschiedenen Quellen holt und sich nicht nur auf die Aussagen der Schulmedizin verlässt. Es geht um das eigene Leben – Überleben. Und genau deswegen sollte man auch dementsprechend eigenverantwortlich damit umgehen, also die Verantwortung nicht zur Gänze an andere abschieben. Letztendlich ist es immer Ihre eigene Entscheidung, welche Methode der Behandlung Sie für sich auswählen. Denn niemand außer Ihnen selbst, wird die Konsequenzen dafür tragen müssen.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Ob es das letzte Mal ist, weiß man erst später

unter diesem Gedanken will ich mich auf Weihnachten vorbereiten. Es soll ein schönes Fest werden und ich hoffe, dass die Kinder und Enkel ihren Vater oder Großvater so erleben können, wie sie es gewohnt sind. Momentan sieht es gut aus, der Schock über das schnelle Ende der Hormontherapie ist überwunden und einen kleinen Vorrat an Schmerztabletten habe ich ja auch noch.

Montag, 1. Dezember 2014

Krebs ist der Schatten der auf uns allen liegt


Das Private ist öffentlich. Eines der letzten Tabus ist gefallen: Die mediale Auseinandersetzung mit der eigenen Krankheit, wie sie nun auch der an Krebs leidende Henning Mankell betreibt.
Der Bestseller-Autor kämpft gegen seine Krankheit, seinen „ständigen Begleiter“. Das Überleben ist Thema eines neuen Buchs.

Für Bestseller-Autor Henning Mankell ist die Krebserkrankung seit seiner Diagnose vor knapp einem Jahr ein „ständiger Begleiter“. Im Dezember 2013 hatten Ärzte bei ihm Tumore in Hals, Nacken und Lunge entdeckt. Der Schriftsteller, der Krimi-Fans vor allem wegen seiner erfolgreichen Reihe um Kommissar Kurt Wallander ein Begriff ist, sitzt er an einem neuen Buch, das im Frühjahr in Deutschland erscheinen soll. Auch hier geht es indirekt um seine Erkrankung, erzählte er im Interview.

Herr Mankell, als Sie vor knapp zwölf Monaten die Diagnose erhielten, dass Sie Krebs haben, sprachen Sie von einem „Abstieg in die Hölle“. Wie gehen Sie inzwischen mit der Krankheit um?

Auch wenn ich versuche, nicht ständig daran zu denken, ist der Krebs ein ständiger Begleiter. Ich werde nie krebsfrei sein, er wird immer da sein. Aber dank der Fortschritte der Medizin kann ich im besten Fall noch viele, viele Jahre damit leben – und plötzlich auch an etwas anderem sterben. Denken wir nur mal 50 Jahre zurück: Damals lag die Überlebenschance bei gerade mal 20 Prozent. Heute ist sie bei über 70 Prozent. Es fühlt sich auch gerade nicht nach Sterben an.

Bekommen Sie immer noch eine Chemotherapie?

Ja, die bekomme ich. Und ich leide zum Glück nicht unter heftigen Nebenwirkungen. Die Chemo schlägt gut an: Einige der Tumore sind ganz verschwunden. Ich habe keine Schmerzen. Man sieht mir die Krankheit nicht an, ich sehe aus wie immer. Gut, manchmal bin ich sehr müde.

Bemerkung: Ich habe nicht gefunden, ob Mankell auch zu unserem PCa "Club" gehört. Aber die Symptome kommen mir sehr bekannt vor!
Noch einen guten Satz habe ich gefunden: Sollten wir irgendwann den Krebs beherrschen, werden wir feststellen müssen, dass wir den Tod nicht beherrschen können - und dass unsere Angst vor Krebs auch eine Angst vor dem Tod ist.
Lesenswert unter anderem:
http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article134680131/Krebs-ist-der-Schatten-der-auf-uns-allen-liegt.html

Dienstag, 25. November 2014

Meldung aus dem Cockpit

Wir befinden uns auf dem Langstreckenflug mit der Flugnummer TANK45. Der Flug ist angenehm, der Service stimmt.

Aus dem Cockpit kommt die Meldung, wichtige Systeme werden versagen. Wir merken nichts davon und fliegen unbeirrt weiter. Es wird noch Rotwein gereicht, bevor wir versuchen zu schlafen.

Nachtrag am 27.11.: 

An Bord hat sich ein Mitreisender gemeldet. Er fliegt die Route schon länger und kann die Meldung aus dem Cockpit besser interpretieren. So schlimm ist es vielleicht doch nicht!!!
Wir fliegen angenehm weiter, nichts deutet auf eine bevorstehende Katastrophe. Ich erhebe mein Rotweinglas und trinke auf das Wohl dieses lieben Weggefährtens.
Da hat sich noch ein Mitreisender gemeldet, der sich super auskennt. Ich denke, wir können entspannt weiterfliegen.

Sonntag, 23. November 2014

Geht es bergauf, oder bergab?

Das ist die große Frage beim PCa Patient. Bergab ist im normalen Sprachgebrauch negativ belegt, nicht so bei PCa! Es ist sehr gut, wenn es mit dem PSA abwärts geht. Aber dann kommt NADIR, der Tiefpunkt, und von da ab geht es unweigerlich wieder bergauf (mit dem PSA)! Das heißt, für den PCa Patienten bergab.
myprostate.eu erlaubt es, Graphiken von Leidensgenossen zu betrachten. Echt abenteuerliche Verläufe sind da zum Teil zu sehen!
Vielleicht beschert uns die Industrie mal ein Messgerät, wie es das für Diabetiker gibt: Täglich eine Messung mit einem Tropfen Blut auf einen Messstreifen. Damit wir uns endgültig mit dem Warten auf das Ende verrückt machen???
Am vergangenem Donnerstag (vor 3 Tagen) machte ich meinen "Uro" darauf aufmerksam, dass wir doch mal wieder einen Wert brauchen und er ließ Blut abnehmen. Der Wert müsste nun vorliegen. Soll ich anrufen und ihn erfragen oder 4 Wochen warten, bis ich ihn bei meinem nächsten Termin erfahre???
Ich rufe NICHT an!

Nachtrag 25.11.: Ich habe doch angerufen, PSA ist gestiegen, es beginnt der zweite Akt!

Samstag, 22. November 2014

Das Leben findet jetzt statt

Herbert Grönemeyer hat auch Erfahrung mit Krebs, Frau und Bruder hat er durch unsere Krankheit verloren. In einem Interview sagt er: "Die Vergangenheit ist für mich ein Raum, in den man mal gehen kann. Man sollte aber immer die Tür auflassen und auch wieder rausgehen. Das Leben findet jetzt statt. Das ist die Schönheit des Lebens und das macht es auch aus. Genauso gemein ist es, wenn es Dir von jetzt auf gleich Mist beschert. Diese Sichtweise ist vielleicht eine Glücksache.
Mein Vater war auch so, der hat einfach dagesessen und gesagt: Mann, ist das herrlich heute. Dabei
war gar nichts los."
Auch gehe gerne mal in den Raum der Vergangenheit, der für mich aus vielleicht 100.000 Bildern und Videos von Familie und Reisen besteht.

Aber ich freue mich auch, durch den herbstlichen Wald zu gehen, auch wenn dort nichts los ist und nur der Kroatenstein auf einen Besuch wartet.




Donnerstag, 20. November 2014

Man findet den Zwerg, wenn man ihm eine rote Mütze aufsetzt.

Mit diesem Bild versuchte der Radiologie Professor unserer Universität zu erklären, was "PSMA-gerichtete molekulare Bildgebung beim Prostatakarzinom PET/CT Untersuchung mit 68Ga -PSMA-Liganden" bedeutet. Damit sollen Krebszellen gefunden werden.
Verstanden habe ich nicht viel, und das, wo mich doch mein Uro beim heutigen Standardtermin für die "Knochenspritze" als außergewöhnlich gut informierten Patienten gelobt hatte.
Es war heute echt ein "Prostatatag": Nach dem Termin bei meinem Uro besuchte ich zum ersten mal das Treffen der örtlichen PCa Selbsthilfegruppe, wo besagter Vortrag gehalten wurde. Es ergaben sich nette persönliche Begegnungen und ich werde zum nächsten Termin wieder teilnehmen.
Es war nun schon die zweite 4-Wochenperiode ohne Beschwerden, da kann ich Weihnachten vielleicht gelassener entgegensehen, als vor einem Jahr.

Dienstag, 18. November 2014

Wenn ich vor 73 Jahren gelebt hätte,

wäre mein letztes Abenteuer vielleicht schon zu Ende!
Bedanken möchte ich mich bei Herrn Huggins, der die Hormontherapie erfunden hat:
Dank auch an AMGEN, die ein gutes Präparat haben, um den Knochenabbau zu bremsen (mein Zahnarzt war heute zufrieden mit mir).
Dann  natürlich Dank an die Solidargemeinschaft meiner Krankenversicherung, die solche, nicht ganz billige, Spritzen finanziert.
Das ganze läuft weitgehend nebenwirkungsfrei, wenn da nicht die Hitzewallungen wären. Mit großem Interesse habe ich in Brgitte Nr. 24 die Problemzonen gelesen. Ildiko von Kürthy berichtet über die Ängste der Frauen vor den Wechseljahren. Hitzewallungen kündigen einen neuen Lebensabschnitt an. Der Schlusssatz kann auch für den Krebspatienten in einer guten Phase gelten: "Die Uhr tickt. Aber der Wecker hat noch nicht geklingelt"

Freitag, 14. November 2014

Debatte zu Sterbehilfe ohne Ende

In meinem Blog habe ich mich – wie wohl jeder Krebskranke – auch mit dem Ende befasst. Da gibt es z. B. die Geschichte mit der „Psychohygiene“ und die total missglückte Aktion, wo ein Ehemann seine sterbenskranke Frau erlösen wollte und ins Gefängnis kam. Mit großem Interesse habe ich „Küng: Glücklich sterben“ gelesen. Und nun kocht in allen Medien die Debatte über Sterbehilfe hoch!
In einem Internetforum habe ich einen Partner gefunden (er ist auch Ingenieur und ich darf ihn schon fast als Freund bezeichnen), der sein Konzept für das Ende gefunden hat. Er sagt, seit der Plan steht, geht es ihm besser und die Angst vor allem, was uns erwartet ist gemindert. Wir haben viel diskutiert und uns gut verstanden. Wenn es einmal ernst wird, ist wohl entscheidend, den Zeitpunkt zu finden, wo man noch handlungsfähig ist und keine (Sterbe)-Hilfe braucht.



Dienstag, 11. November 2014

Gruß von Wolfgang Bosbach

Wir sind das letzte Mal in diesem Jahr in unserem Ferienhaus an der Nordsee. Es hat Spaß gemacht, gestern den Mondeo wieder die 800km über die Autobahn zu jagen.
Und heute morgen im MOMA grüßte mich auch Wolfgang Bosbach: "Cherno Jobatey war unterwegs mit Wolfgang Bosbach, dem CDU-Dauerbrenner, lange Jahre Fraktionsvize, FC Köln Fan, unheilbar an Krebs erkrankt, Mann der klaren Worte, und der fröhlichen Töne."
So wie Bosbach mit unserer Krankheit umgeht, das schafft wohl kaum einer. Aber ich bemühe mich!
Ein wichtiger Satz von Bosbach zu der begrenzten Lebenserwartung: Ob das Glas nun halb voll oder halb leer ist, darüber wurden schon Bücher geschrieben. Tatsache ist, wir müssen trinken, was drin ist!
Und dann ging wieder die Sonne über dem Deich auf,
aber an einer anderen Stelle als am 4.September. Es ist doch ein großes Stück dieses Jahres vergangen,


Freitag, 31. Oktober 2014

Über den (Prostata)-Tellerrand hinaussehen

Meine Frau hat mir dieses Buch mit umfassenden Informationen besorgt! 
So kann eine entartete Zelle aussehen! In dem Buch wird gut erklärt, wie es zu solchen Zellen kommt und wie sie arbeiten. Ich versuche, in meinen Körper hineinzufühlen. Wo liegen sie und schlafen(?) zur Zeit. Was haben sie vor, wo werden sie ihren nächsten Angriff starten, was kann ich tun?
Es gibt etwa 230 verschiedene Krebsarten und jedes Jahr etwa 500.000 Erstdiagnosen in der Bundesrepublik.
Da muss ich dann wieder an den Arzt denken, der mir kurz nach der Diagnose sagte: "Wenn ich mir einen Krebs aussuchen könnte, dann würde ich Ihren wählen!" Hätte also noch schlimmer kommen können!?

Samstag, 25. Oktober 2014

Wieder einmal die Schulbank gedrückt

Das Prostatakarzinomzentrum lädt ein zum Informationstag Prostatakrebs unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister und Landrätin:
Es wurde präsentiert, wie großartig man heute den PCa  in den meisten Fällen heilen kann, wenn er frühzeitig erkannt wurde. Da gibt es das tolle daVinci Gerät, welches das befallene Organ punktgenau herausschnipselt. Im Film sah das aus, wie wenn da ein kleiner Krebs mit seinen Scheren arbeitet. Die Besucher durften selbst mit dem Gerät spielen und der Andrang war groß.
Per Software wird sogar ein leichtes Zittern des Operateurs herausgerechnet. Eine echte Ingenieursleistung, die beeindruckt. Und mit dem bisschen Inkontinenz wird man auch fertig.

Leider gibt es da noch eine kleine Gruppe von Patienten - zu der ich gehöre. Für die braucht man dieses Gerät nicht: Der Krebs hat gestreut und eine Entfernung der Prostata bringt nichts mehr.
Aber für diese Leute gibt es immer wieder neue Medikamente:
Siehe mein Beitrag vom FREITAG, 29. AUGUST 2014: "Xtandi, Zytiga, Docetaxel, Bicalutamid - wie würde ich das meinen Enkeln erklären?"

Es ist noch nicht klar, in welcher zeitlichen Reihenfolge man das einsetzt:
Nur eines ist klar, am Ende steht "Death"





Donnerstag, 23. Oktober 2014

Das Abenteuer macht Pause

4 Wochen ohne Komplikationen und Arztterminen liegen hinter mir. Ein Medikament gibt den 4 Wochen Rhythmus vor.
Aber nicht leichtsinnig werden! Irgendwann kommt wieder ein großer Berg mit einem ungewissen Verlauf...

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Die Dimension einer Krankheit begreifen

Aus der Selbsthilfegruppe habe ich eine sehr gute Rückmeldung bekommen. Allmählich beginne ich zu begreifen, wie viele davon betroffen sind und was sich da alles tut. Meine ersten Reaktionen nach der Diagnose versuche ich schon distanziert zu betrachten.
Gut ist der Ratschlag des "Kollegen":
"Immer im Kopf behalten: Die Erkrankung ist so individuell, dass ich behaupte, sie kommt der Wahrscheinlichkeit nahe, dass Fingerabdrücke zweier verschiedener Menschen identisch sind."
Darin liegt natürlich auch Hoffnungspotential...

Freitag, 17. Oktober 2014

Es muss Platz geschaffen werden für Neues

In unserem Betrieb wurde eine Halle geräumt und sie wird demnächst abgerissen.

Ich habe noch die Grundsteinlegung erlebt und den Betrieb, der über Jahrzehnte hier herrschte. Die Technik hat sich geändert und es konnte keine neue Verwendung gefunden werden.
Wieder einmal ein Moment, um nachzudenken, wo ich stehe.
Nachtrag am 6.11.14: Es gab eine Abschiedsparty in Aufbruchsstimmung: Wir gehen neuen Zeiten entgegen!

Mittwoch, 15. Oktober 2014

In einer Selbsthilfegruppe angekommen

Mit meiner Frau habe ich mich heute in myProstate.eu umgesehen. Soweit ich zählen konnte sind es etwa 400 Teilnehmer, von denen aber nur noch die Hälfte aktiv ist.
Die Berichte sind bewegend, da sie wirklich authentisch sind und man sich selbst mit seinen eigenen Erfahrungen wieder findet. Toll ist der Service, dass PSA - der untrügliche Gradmesser unserer Erkrankung - graphisch dargestellt wird (auch logarithmisch). Am besten hat meiner Frau die Wertung mir den Sternchen gefallen (nach 5 Jahren Überleben gibt es den ersten Stern usw.). Wenn ich den ersten Stern schaffe, können wir noch Goldene Hochzeit feiern! Ich werde mich bemühen...
Das Ganze kommt aus der Schweiz und es wird nicht sichtbar, ob ein Pharmakonzern dahinter steckt. Aber wer macht sich die Mühe, so eine Website professionell zu erstellen und zu pflegen???
Besonders gefreut habe ich mich, dass ein Betroffener, den ich kontaktierte, spontan geantwortet hat.

Sehr gut finde ich auch den Link zu
Bei mir wurde Prostatakrebs festgestellt – was nun?
Erster Rat nach der Krebsdiagnose
Geschrieben von einem Betroffenen für Betroffene
http://www.prostatakrebse.de/informationen/pdf/Erster%20Rat.pdf

Montag, 13. Oktober 2014

Das Internet, unerschöpflich

Bei einer Suche bin ich auf folgende Seite gestoßen: http://de.myprostate.eu
Was die Webseite myProstate.eu bietet:
Austausch von Prostatakrebs Erfahrungen unter Patienten mit einem Prostatakarzinom
Standardisierte Darstellung wichtiger Kenndaten zum Krankheitsverlauf wie PSA-Werte, Prostatekrebs-Symptome, gewählte Therapien etc.
Einfaches Erfassen der eigenen Prostatakarzinom-Krankengeschichte inkl. grafische Darstellung von PSA- und anderen Werten.
Schnelle Such- und Selektionsmöglichkeiten von Krankengeschichten aufgrund von PSA-Wert, Gleason-Score, Therapieform etc.
Aufzeigen von Nebenwirkungen von Therapien, Behandlungen und Medikamenten in tabellarischer Form.

Ich habe mich da vorhin angemeldet!
Ermutigend ist, dass diese Berichte doch meist über viele Jahre gehen, solange bis ein † hinter dem Namen erscheint. Hier bekomme ich sicher meine Gruppe für das "Ene mene muh" zusammen.

Also werde ich zweigleisig fahren: In myProstate.eu reihe ich mich mit Daten in die Schar der Leidensgenossen ein, aber hier will ich meinen bislang doch eher gefühlsbetonten Blog weiterführen.

Eine andere Geschichte hat mich auch bewegt, es ist die von Dipl.-Ing. Uwe Peters†, die 5 Jahre gedauert hat.
http://www.prostatakrebse.de/themen/0095.htm



Freitag, 10. Oktober 2014

Beschädigt weiterleben

Dieser Baum regte mich an, darüber nachzudenken, wie man beschädigt weiterleben kann.
Er ist schon ziemlich kaputt, lebt aber noch und wird wohl auch nächstes Jahr wieder austreiben.
Als Krebskranker beobachtet man sehr genau, wenn nicht sogar übersensibel, was sich im Körper tut. Bei meinem Aufenthalt in der schönen Bergwelt musste ich reduzierte Kondition feststellen. War es vor einem Jahr noch die große Bergtour mit 800 Höhenmetern, so schaffte ich diesmal nur die kleine Runde mit 200 Höhenmetern im Wohlfühlbereich.
Aber auch diese Tour machte glücklich! Der Mensch lernt wohl, ohne Groll in reduzierte Zustände hineinzuwachsen. Ich will auch nicht mehr mit meinem Körper hadern, hat er doch fast 70 Jahre immer klaglos funktioniert.
Ansonsten geht es mir so gut, dass ich beim nächsten Termin den Urologe um eine Unterbrechung der Hormontherapie bitten möchte. Es gibt ja in der Leitlinie:


Intermittierende Hormontherapie Mit der unterbrochenen (intermittierenden) Hormontherapie soll die Wirksamkeit der Hormonbehandlung verlängert werden. Schon bevor Beschwerden auftreten, wird eine maximale Androgenblockade vorgenommen. Wenn der PSA-Wert stark abfällt, wird die Behandlung ausgesetzt. Steigt der PSA-Wert wieder an, setzt die Medikamentengabe wieder ein, bis das PSA erneut sinkt. So soll die Entstehung hormon-unempfindlicher Krebszellen länger hinausgezögert werden. 
In den Phasen ohne Hormongabe setzen zudem die Nebenwirkungen teilweise aus, und der Körper kann sich erholen. Die Potenz kann zurückkehren. Die Lebensqualität kann sich verbessern. 
Noch liegen keine gesicherten Langzeitdaten über die intermittierende Hormontherapie vor. Die ärztliche Leitlinie lässt sie als Behandlungsmöglichkeit zu.

Mal sehen, was mein Urologe dazu sagt???
Kommentar am 23.10.: Bringt bei mir nichts wegen der Knochenmetastasen.


Dienstag, 7. Oktober 2014

Gespräch beim Nordic Walking

Zum dritten Mal sind wir in diesem Jahr in unserem Wellness-Hotel.
Beim ersten Aufenthalt im Februar fühlte ich mich ziemlich schlecht. Der Hausarzt hatte nichts gefunden und ich überlegte schon, die in dem Hotel arbeitende Ärztin zu konsultieren.
Den zweiten Aufenthalt mussten wir vorzeitig abbrechen, da ich nur mehr unter großen Schmerzen laufen konnte (siehe 4.8.).
Aber diesmal meldete ich mich gleich zum  Nordic Walking unter der Leitung besagter Ärztin an. Es waren nicht viele Teilnehmer und wir konnten uns zwanglos unterhalten. Mit der Diagnose Krebs fühlt man sich ja gerne einmalig, vom Schicksal geschlagen. Aber bei diesem Gespräch war das eine ganz normale Sache, mit der man eben fertig werden muss. Dieses Gespräch hat mir viel gebracht und mir geholfen, die schönen Seiten des Lebens zu genießen.
Wir werden den Ort wieder aufsuchen.

Montag, 6. Oktober 2014

Ene, mene, muh und raus bist du

Die 42% nach 5 Jahren in dem bild-Artikel haben mich an einem nebeligen Morgen weiter beschäftigt und ich habe meine Tabelle zu einer fiktiven Gruppe von 100 Männern, die gleichzeitig mit mir die gleiche Diagnose bekamen, überprüft:
Jahr        Überlebend
2014 100
2015 85
2016 75
2017 62
2018 54
2019 42
2020 35
2021 28
2022 20
2023 15
2024 12
Die Ansage der Statistik ist klar, aber wer von den 100 ist jeweils dran, wenn einmal im Jahr oder öfter abgezählt wird?
Da fiel mir ein: Ene, mene, muh und raus bist du, ein Kinderspruch bzw. ein Abzählreim, der meist benutzt wird, um einen Ausscheider zu bestimmen. Oft wird er mit "Raus bist du noch lange nicht, sag mir erst wie alt du bist!" erweitert, um quasi einen Zufallsgenerator zu integrieren. (Könnte bei Kandidaten in meinem Alter die Prozedur sehr verlängern.) Gewinner oder Verlierer ist derjenige, auf den zuletzt der Zeigefinger des Sprechers deutet (Text aus Wiki).
Große Frage, wer ist der Sprecher? Ist es der liebe Gott oder der "Tod", oder sind es die Ärzte? Oder kann ich etwa selbst noch Einfluss nehmen???

Sonntag, 5. Oktober 2014

Die Zeitung mit den großen Buchstaben

...lese ich normalerweise nicht. Aber dieser Artikel hat mich doch interessiert:
http://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/prostatakrebs/prostata-krebs-wolfgang-bosbach-verlauf-36255886.bild.html
Wichtige Aussage:
Wenn der Tumor auf die Prostata begrenzt ist, leben 70 bis 80 Prozent der erkrankten Männer fünf Jahre nach der Diagnosestellung noch.
In fortgeschritteneren Stadien, wenn der Tumor bereits Metastasen gebildet hat, liegt die Überlebensrate bei rund 40 Prozent.
Sieht besser aus als mein Post vom 29.8. Das ist doch was für den Sonntagmorgen.

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Dorfgeschichten: "Der hat auch Krebs gehabt"

Ich halte Kontakt zu dem kleinen Ort, wo ich aufgewachsen bin, lese die Zeitung und studiere die Todesanzeigen.
Gespräch mit einer Bekannten:
"Der Nachbar von Euch ist gestorben, der war doch noch nicht so alt?"
"Ja, der hat auch Krebs gehabt, mit viel Schmerzen, wie sie den vom Krankenhaus heim gebracht haben, da hat der geschrien, dass man es in der ganzen Straße gehört hat"
(So viel zum Thema, es muss heute keiner mehr leiden. Wir haben ja das von WHO anerkannte 3 Stufenmodell für die Schmerzbekämpfung!)
Die Zeitung berichtet (gekürzt):
Abschied von Helmut
Zahlreiche Trauergäste begleiteten am Dienstag den mit 73 Jahren verstorbenen Helmut auf seinem letzten Weg. Beim Seelengottesdienst in der überfüllten Jakobskirche betonte der Pfarrer, dass der Tag der Trauer um den Verstorbenen für die Angehörigen nicht ohne Hoffnung sei. Der Geistliche verwies bei den Blumen auf dem Sterbebild auf die, von Helmut so geliebten und stets gepflegten, Geranien am Balkon seines Hauses.
Helmut wurde am 10. Juli 1941 geboren und wuchs mit seinem Bruder Ferdinand auf. Beschäftigt war er bei der Bundesbahn. Im August 1966 heiratete er Rosa. Aus der Ehe gingen die Söhne Stefan und Helmut hervor. „Helmut war ein fleißiger und guter Familienvater, der seinen Glauben gelebt hat“, stellte der Prediger heraus. Die letzten Jahre der Krankheit seien für ihn selbst und auch für die Familie nicht leicht gewesen, betonte er.
Helmut habe aber sein Leiden mit großer Geduld getragen und sei am 26.September im Kreis seiner Lieben gestorben. Der Kirchenchor gestaltete Requiem und Beisetzung. Der Feuerwehr-Vorsitzende widmete am Grab dem seit 54 Jahren fördernden Mitglied einen ehrenden Nachruf.

Nachtrag im November: Habe das Grab von Helmut gesucht und gefunden.


Dienstag, 30. September 2014

Kommt wieder ein "skelettales Ereignis"?

Aus der Leitlinie (siehe 19.9.14) Seite 207

"6.5 Therapie von Knochenmetastasen
Die lokale perkutane Bestrahlung von schmerzhaften singulären Knochenmetastasen ist eine palliative Maßnahme. Die vorliegenden randomisierten kontrollierten Studien zeigen eine partielle oder komplette Schmerzlinderung nach ca. drei bis acht Tagen bei mehr als 80 % der Patienten. Bei mindestens 50 % der Patienten hält diese Schmerzlinderung sechs Monate oder länger an."

Ende März begann meine Bestrahlung, pünktlich nach 6 Monaten melden sich so langsam die BWK wieder!

Nachtrag am 12.11.14: Da dieser Post überraschend oft aufgerufen wurde, will ich heute nachtragen, dass sich mein Zustand nicht akut verändert hat. Ich komme immer noch ohne Schmerzmittel zurecht!

Montag, 29. September 2014

Der Feind im eigenen Körper

Unter dieser Überschrift berichtete die SZ am 26.9. über das Milliardengeschäft des Kampfes gegen den Krebs.
Ähnlich äußerte sich auch der Arzt, der mich bei meinem letzten Nachsorgetermin in der Strahlentherapie betreute. Ich finde es ganz interessant dort immer wieder auf andere Ärzte zu treffen, denn jeder sieht die Dinge doch etwas anders als der Kollege.
Ich versuchte seine Meinung zu hören, wie es um mich steht. Er sagte, dass er viele Kandidaten kenne wie mich, die seit Jahren zur Nachsorge kommen. Und wer weiß, welch neue Mittel es in fünf (!) Jahren gibt.
Von diesem Arzt stammt auch der Ausspruch: "Die Nerven sind wie Frauen", als ich von Taubheitsgefühlen in den Beinen seit der Rücken-OP berichtete.

Mittwoch, 24. September 2014

"Bosbach-Modus"

Meiner Umwelt gegenüber habe ich einen neuen Begriff geprägt: Ich glaube, im "Bosbach-Modus" zu sein! Ich habe einige Arbeiten erledigt und mutig einen Aufenthalt in einem Wellness Hotel gebucht, das ich in diesem Jahr im Juni wegen starker Schmerzen frühzeitig verlassen musste.
Die Blumen sind jetzt sicher verblüht, aber es soll auch im Herbst dort sehr schön sein.
Heute war noch ein Termin beim Urologen: "Knochenspritze" und nun habe ich 4 - in Worten "vier" - Wochen Pause!

Dienstag, 23. September 2014

Was ist Gesundheit wert?

Als Kassenpatient bekommt man ja nicht mit, was Medikamente und Behandlungen kosten. Man muss da schon mal im Internet nachsehen, was z.B. eine kleine Spritze XGEVA (alle 4 Wochen fällig) kostet und findet ca. 500€. Dabei gibt es noch viel teurere Dinge bei Krebsbehandlungen.

In der FAZ wurde diskutiert:
Was kostet ein Mensch? Jedes Leben hat seinen Preis
Den Wert eines Menschen ausrechnen? Darf man das? Nach Zugunglücken oder Flugzeugabstürzen erhalten die Angehörigen Entschädigungen. An der Börse fällt der Kurs der Apple-Aktie, als Gerüchte die Runde machen, Apple-Chef Steve Jobs sei schwer erkrankt.

Im staatlichen Gesundheitswesen der Engländer entscheidet ein Institut, dass es höchstens 30.000 Pfund kosten darf, das Leben um statistisch ein Jahr zu verlängern.

Täglich wird der Wert des Menschen beziffert. Trotzdem erscheint die Frage, wie viel das Leben wert ist, den meisten Menschen als unethisch. In Umfragen geben sie an, das Leben sei ihnen unendlich viel wert oder es sei nicht in Geld auszudrücken. Doch sie verhalten sich nicht so. Sonst müssten sie alle auf dem Land wohnen, an jeder roten Ampel stehen bleiben und die Finger von Zigaretten lassen. Das tun sie nicht. Und das ist unproblematisch, weil sie allein entscheiden.

Schwierig wird es, wenn andere dem eigenen Leben einen Wert zuordnen. So etwa nach dem 11. September 2001, als die Familie eines umgekommenen Bankers höhere Entschädigungen erhielt als die eines Feuerwehrmanns. Oder im Gesundheitswesen, wenn ein Patient Leistungen nicht mehr erstattet bekommt, weil sie zu teuer sind. Oder nach einem Verkehrsunfall, wenn der stark verletzte Überlebende mehr Geld erhält als die Angehörigen der Toten.

Über den Wert des Lebens zu bestimmen geht fast immer schief.

Nachtrag: SZ am 7.10.14
Die Skala des Leidens, eine britische Behörde verbietet den Einsatz teurer Arzeneien.
Hier wird bestätigt, dass maximal 37.500€ pro Jahr zulässig sind (würde für Zytiga kaum reichen), aber nur bei 100% Lebensqualität, sonst gibt es einen Abschlag!

Montag, 22. September 2014

Prostatakrebs ein Haustierkrebs?

Von Julius Hackethal soll der Ausspruch stammen: Prostatakrebs ist ein Haustierkrebs, wenn man ihn reizt, wird er zum Raubtierkrebs.
Mein Haustier war heute sehr friedlich, als ich es den Strahlentherapeuten zur Nachsorge präsentierte! Es wurde ein CT gemacht und mit den alten verglichen: keine bösen Veränderungen. Auch ich konnte nur Gutes berichten: Seit Wochen (Abklingen der Gürtelrose) keine Schmerzmittel nötig. So freute ich mich, nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus, meiner Frau erfreuliche Nachrichten präsentieren zu können.

Wie anders es aussehen kann, habe ich gerade hier gelesen:
http://www.prostatakrebse.de/themen/0091.htm

Samstag, 20. September 2014

4. Krebsinformationstag bei den Barmherzigen Brüdern

Mit meiner Frau besuchte ich diese Veranstaltung und hörte die erste Podiumsdiskussion zu Prostata- und Blasenkrebs. Wir erfuhren nichts wirklich Neues, aber die Atmosphäre war eindrucksvoll. Im großen Hörsaal, der an Studentenzeiten erinnerte, saßen ergraute Herren, zum Teil mit Frau. Jeder hatte wohl sein Urteil, denn wer geht sonst zu einer solchen Veranstaltung.
Gefreut hat mich, dass ich bei der Gelegenheit meiner Frau einen der für mich verantwortlichen Ärzte vorstellen konnte.
Wir sind mit der Krankheit in der Normalität angekommen und heute Nachmittag habe ich unseren Garten auf den Herbst vorbereitet.

Freitag, 19. September 2014

Leitlinie wird aktualisiert

Es ist schon bewundernswert, was an uns ProststaCa Patienten geforscht wird:

http://leitlinienprogramm-onkologie.de/uploads/tx_sbdownloader/LL_Prostata_OL_Langversion_Konsultation2014.pdf

Ich werde weiter darin lesen, zunächst finde ich aber folgende Tabelle interessant:
ASA-Klasse Definition
1   Normaler, gesunder Patient
2   Patient mit einer leichten systemischen Erkrankung
3   Patient mit einer schweren systemischen Erkrankung
4   Patient mit einer schweren, permanent lebensbedrohlichen systemischen
     Erkrankung
5   Moribunder Patient, der voraussichtlich mit und ohne Operation nicht überleben
     wird
6   Hirntoter Organspender

Was ist bitteschön Klasse 1 ein "gesunder Patient"??? Da es mit zur Zeit gut geht (falle wohl in Klasse 2), fällt mir der alte Ärztewitz dazu ein: Wer sich für gesund hält, ist nur noch nicht richtig untersucht worden.

Mittwoch, 17. September 2014

Bosbach, wieder einmal im Internet gesucht

An ihm kann ich mir ein Beispiel nehmen!

Im Februar 2014: Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach kämpft gegen den Krebs, kürzertreten will er nicht und bis zum Ende der Legislatur im Bundestag bleiben. Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach will trotz Krankheit weiter tun, was er am liebsten tut
Er lehnt es ab, sich zu sehr mit Medikamenten vollstopfen zu lassen. "Am Anfang hieß es, die Operation kann helfen. Hat sich zerschlagen", berichtet der 61-jährige Vorsitzende des Innenausschusses dem Magazin "Stern". "Dann Bestrahlung. Zerschlagen. Jetzt soll ich noch mehr Tabletten nehmen. Das mache ich nicht." Er mache sich keine Hoffnungen mehr, die unrealisitisch seien. Bosbach: "Bei mir geht es nicht mehr um Heilung, nur noch um etwas Lebensverlängerung."
Er ist aber zuversichtlich, dass er die laufende Wahlperiode im Bundestag noch zu Ende bringen werde, und stützt sich dabei nach eigenen Worten auf das Urteil seines Arztes, der ihm gesagt habe, dies könne er problemlos schaffen. Im Kampf gegen den Krebs habe er auch alternative Heilmethoden angenommen und Akupunktur gemacht, dies habe ihm aber nicht viel gebracht.
Bosbach will aber nicht "das Leben langsamer angehen lassen", wie er im Gespräch mit dem "Stern" weiter erzählt. Sein Arzt habe ihm geraten, das zu tun, was er am liebsten mache. Das sei ein wunderschöner Satz gewesen, so Bosbach.
Seine Tochter Caroline Bosbach erklärte im "Stern", wenn ihr Vater arbeiten könne, sei er glücklich. "Als er uns vom Krebs erzählte, waren wir am Boden zerstört. Aber er hat nie geklagt, sondern gesagt: Alles wird gut, seid nicht traurig, noch steh ich munter vor euch. Er war derjenige, der Trost spendete, obwohl es ihn betraf."

Am 10.06.2013  ein Bericht über seinen 61. GEBURTSTAG
Es ist schwer, sich nicht von Wolfgang Bosbachs guter Laune anstecken zu lassen. Der Politiker, der am Dienstag seinen 61. Geburtstag feiert, ist unheilbar an Krebs erkrankt. Mit uns trifft er sich in seiner alten Kirchengemeinde in Bergisch Gladbach. Der Politiker spricht über Gott, seine Krankheit – und warum man auf seiner Beerdigung besser lachen sollte.
Humor hilft. Das hat Wolfgang Bosbach gelernt. Der Mann, der seit Jahren einen Herzschrittmacher trägt, erst im März operiert werden musste, weil er defekt war. 2010 verriet er, dass er Krebs hat. Er hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er unheilbar ist. Operation und Bestrahlung haben nicht verhindert, dass der Prostatakrebs bereits in die Knochen gestreut hat.
Er sagt: „Über die Dinge, die man nicht ändern kann, sollte man sich nicht aufregen. Man muss das Beste daraus machen.“ Bosbach lächelt, wenn er auf die Kirche schaut, wo er als Kind Messdiener war und später die Pfarrsitzungen leitete.
„Ich habe ja eigentlich schon mit der chronischen Herzerkrankung mein Päckchen zu tragen. Und als dann noch die Diagnose Krebs dazukam, habe ich tatsächlich mit dem lieben Gott gehadert. Gleichzeitig finde ich aber auch Kraft und Trost im Glauben.“
Schnell wird klar: Bosbach hegt keinen Groll, dass es das Schicksal in Sachen Erkrankungen nicht gut mit ihm gemeint hat. Er lässt sich einfach nicht unterkriegen: Er ist häufig Gast in Talk-Shows, besucht Feste und Galas. Oft nimmt er seine Frau und seine Töchter mit. Niemand würde ahnen, dass dieser strahlende und heiter Mann so krank ist.
In diesem Jahr tritt Wolfgang Bosbach für die Bundestagswahl als Direktkandidat des Rheinisch-Bergischen Kreises an. Da kennt er auch keinen Spaß, da tritt auf einmal der ernsthafte Politiker in den Vordergrund. „Ich bin alles andere als ein Hallodri, nehme meine Medikamente und lasse keinen Arzttermin sausen“, sagt er. Und: „Nach menschlichem Ermessen und nach ärztlicher Erfahrung ist nicht damit zu rechnen, dass ich in den nächsten drei oder vier Jahren an so großen Beschwerden leide, dass ich mein Mandat nicht mehr mit der ganzen Kraft ausfüllen könnte.“
Zudem hat er eine Hormon-Entzugs-Therapie hinter sich, die den Krankheitsverlauf verlangsamen soll.
Der nun 61-Jährige ist mit sich und der Welt im Reinen. Das spürt man an seinem breiten Grinsen, wenn er sagt: „Ich habe dem lieben Gott und meinen Eltern viel zu verdanken. Es war bis jetzt ein wunderschönes Leben, ich habe eine tolle Familie und konnte mir den Wunschberuf erfüllen. Was will man mehr?“
Da ist er wieder, dieser unerschütterliche Optimist Wolfgang Bosbach. Ihm kann selbst der Krebs nichts anhaben, weil Bosbach weiß: Humor hilft. Selbst wenn die Krankheit ihn irgendwann doch besiegen sollte.

Montag, 15. September 2014

Kein Blog ist eine gute Nachricht

Heute wieder beim Urologen: Er vermittelte mir das Gefühl, dass ich ein ganz normaler Fall bin. Am Samstag ist eine Veranstaltung, die ich mit meiner Frau besuchen will:

Liebe Patientinnen und Patienten,
liebe Angehörige und Interessierte,
uns allen ist in den letzten Jahren mehr und mehr bewusst geworden, wie unterschiedlich Krebserkrankungen verlaufen und wie unterschiedlich sie auch zu behandeln sind. In den frühen Stadien sind fast alle Krebserkrankungen heilbar, jedoch auch bei fortgeschrittenen Stadien ist bei manchen Krebstypen eine Heilung oder eine langfristige Stabilisierung zu erreichen.
Damit wir aber ein solches optimales Ergebnis erreichen können, ist ein gut informierter Patient eine ganz wesentliche Hilfe.
Diese wichtigen Informationen möchten wir Ihnen auf dem vierten Patienteninformationstag Krebs in einer gut verständlichen Form vermitteln.

Samstag, 13. September 2014

Die Nacht voll Schatten

Als ich heute meinen Frühsport machte, fand ich bei ZDFkultur die Hitparade von 1983
In diesem Jahr waren wir zum ersten Mal in Fedderwardersiel - ich, eine junger Mann mit 38 und unsere jüngste Tochter 1 Jahr alt. Dieses Lied, gesungen von Juliane Werding, war damals unser Ohrwurm.
Heute kommen mir andere Gedanken, wenn ich diesen Text höre:
........
hell war der Mond und die Nacht voll Schatten.
In jedem Traum seh' ich dich vor mir

hell war der Mond und die Nacht voll Schatten.
Und wenn mich die Erinnerung quält

such ich dich in der Dunkelheit.
Du lebst jetzt in einer besseren Welt
auf dem ander'n Ufer der Nacht.

Ich spür - in mir - daß ich deine Nähe nie verlier.
Ich spür - in mir - eines Tages bin ich bei dir.
......

Donnerstag, 11. September 2014

Bilanz Fedderwardersiel

Am 28.8. hatte ich geschrieben, dass ich hier die "Vier Wege zu mehr Lebensfreude während einer Hormonbehandlung gegen Prostatakrebs" versuchen will.
Teilweise ist es gelungen und es war eine schöne Zeit - fast so wie früher. Nur gelegentlich kam das "große graue Tier".
Morgen geht es mit Blick auf Bremerhaven wieder in die Heimat, wo mein Hausarzt und die "Barmherzigen Brüder" auf mich warten.

Sonntag, 7. September 2014

...aber mach die Lampe so, dass ich auch eine Birne auswechseln kann!

Diesen Wunsch äußerte meine Frau, als es um eine Lampe in unserer neuen, kleinen Wohnung ging. Zu dieser Wohnung hatte ich immer ein zwiespältiges Verhältnis. Ich wollte da nie einziehen, aber meine Frau sieht eine Chance, hier ein neues Leben anzufangen, wenn ich einmal nicht mehr da bin. Ich möchte nach Möglichkeit noch mithelfen, alles nach Ihren Wünschen zu gestalten. Sich aktiv mit der Zukunft auseinander zu setzen ist auch eine Möglichkeit, das "große graue Tier", wie es hier

http://kaluepso.com/tag/krankheit/

beschrieben ist, in die Schranken zu verweisen.

Nachtrag am 19.9.2014: Die Lampe ist fertig und macht wirklich auch gutes Licht!

Freitag, 5. September 2014

Glücklich sterben?

Eben habe ich das Buch bestellt!
Lange war es ein Tabu in Deutschland, und nun hat es ausgerechnet ein katholischer Theologe gebrochen. Hans Küng hat im Gespräch mit Anne Will erklärt, dass er es für erlaubt hält, sein Leben zu beenden, wenn es unerträglich geworden ist. Seitdem ist eine Diskussion im Gange, die keinen unberührt lässt. Ein Buch voller Argumente für eine realistische und trostreiche Sicht des Sterbens. »Gerade weil ich an ein ewiges Leben glaube, darf ich, wenn es an der Zeit ist, in eigener Verantwortung über Zeitpunkt und Art meines Sterbens entscheiden.« Mit diesen Worten stellt Hans Küng die traditionelle Auffassung in Frage, nach der gilt: aushalten, bis zum Schluss, denn allein Gott bestimmt das Lebensende. Seitdem Hans Küng als junger Priester das qualvolle Sterben seines Bruders mit ansehen musste, seit er Zeuge des Dahindämmerns seines Freundes Walter Jens wurde, ist in ihm die Überzeugung gewachsen, dass niemand zu einer solchen Existenz gezwungen sein muss. So verbindet Hans Küng frühere Texte über das Sterben mit seinen Glaubensüberzeugungen und theologischen Einsichten, die er eindrücklich im Gespräch mit Anne Will offenlegte, zu einer klaren Position: »Glücklich sterben« im Sinne von Hans Küng hat nichts mit »Selbstmord« zu tun, sondern meint ein menschenwürdiges Ende des Lebens.

Donnerstag, 4. September 2014

Fedderwardersiel

Zu den wenigen Aktionen, die wir in diesem Jahr noch einigermaßen geplant durch führen konnten, gehören die Reisen zu unserem Ferienhaus an der Nordsee.
Wenn man abergläubisch wäre, könnte man Angst haben, dass auf dem Haus ein Fluch liegt: Die Vorbesitzer waren zwei Ehepaare und erst nachdem auch beim zweiten Paar der Mann verstorben war, konnte der Verkauf vollzogen werden.
Bei unserem ersten Besuch im März standen wir noch unter dem Schock der Diagnose, bei einem späteren Besuch freuten wir uns, hier auch die Enkel erleben zu können. Und nun genießen wir in einer zweiwöchigen Arztpause den Spätsommer.
Die Wirtin in unserer Stammkneipe weiß über mich Bescheid. Vor einigen Jahren hat sie ihren Mann verloren und musste nun von ihrem Haus in eine kleine Wohnung  ziehen. In ihrer offenen Art nimmt sie liebevoll Anteil an uns und spricht mit meiner Frau drüber, was auf sie zukommen wird.
Eben ist über dem Deich die Sonne aufgegangen…


Mittwoch, 3. September 2014

Gottfried John

Es geht mir gut, hier an der Nordsee, doch heute abend kam die Meldung, die mich wieder an meine Krankheit erinnerte:

"James Bond"-Schurke Gottfried John ist tot. Der Schauspieler starb am Montag im Alter von 72 Jahren - vier Tage nach seinem Geburtstag - in der Nähe von München, wie der WDR mitteilte.
Erst 2008 übersiedelte er mit seiner Ehefrau Barbara an den Ammersee. Dort erlag Gottfried John seinem Krebsleiden. "Ich habe in so vielen verschiedenen Leben gelebt und weiß, dass jedes so aussieht, als wäre es das scheinbar richtige", schrieb er einmal. Es ist davon auszugehen, dass er alle diese verschiedenen Leben richtig gelebt hat.


Die Rolle des unheilbar Kranken wollte er nie akzeptieren. Und machte deshalb wohl ein Geheimnis daraus.​







Freitag, 29. August 2014

Xtandi, Zytiga, Docetaxel, Bicalutamid - wie würde ich das meinen Enkeln erklären:

Mir schwirrt der Kopf von allen Dingen, die es da gibt, wie würde ich das meinen Enkeln erklären:

Der menschliche Körper ist wie eine Ritterburg, die immer wieder von Feinden angegriffen wird. Meist sind es harmlose Krankheiten, die dank der körpereigenen Abwehr wieder zurückgeschlagen werden können.
Bei Eurem Opa kamen aber ganz fiese Angreifer, nennen wir sie Prostacas, die sich unbemerkt an verschiedenen Stellen in die Burg eingeschlichen haben. Bemerkt wurden sie erst, als sie mit ihrem zerstörerischen Werken an den Fundamenten der Burg – den Knochen - nagten.
Nun haben wir mit dem Gegenangriff begonnen. Da kam der Ritter Tranantone, der zusammen mit seinen Gehilfen Bicalutamid den Prostacas den Treibstoff (Testosteron) wegnimmt. Ein anderer Ritter Xgeva hilft zusammen mit Genosse Denosumab die Fundamente der Burg zu erhalten.
So kann der Angriff einige Zeit – vielleicht sogar ein paar Jahre – in Schach gehalten werden. Irgendwann greifen die Prostacas aber wieder an und haben gelernt, sich anderweitig Treibstoff zu besorgen.
Wir müssen dann nach neuen Verteidigern Ausschau halten. Vielleicht kommt Docetaxel, der große Zerstörer, der leider nicht nur die Prostacas zerstört, sondern auch eigene Kämpfer beschädigt. Aber dann gibt es auch noch die Ritter Xtandi und Zytiga, die wir in den Kampf schicken könnten. Sie kämpfen aber in einem schwierigen Umfeld und der Erfolg ihrer Aktionen ist nicht immer eindeutig
Was die Prostacas gar nicht mögen sind Atomstrahlen. Ich habe guten Kontakt zu einer Werkstatt, die solche Strahlen verschießen kann. Wenn das nicht mehr reicht, hole ich mir Hilfe bei den Rittern Alpharadin und Xofigo. Sie können solche Strahlen heimlich in meine Burg bringen und wir können sie damit direkt vor Ort in den Kampf schicken.
Aber eines ist klar: irgendwann ist der Kampf verloren! Aber die Burg hätte sowieso nicht ewig gehalten und wäre auch ohne den Angriff einmal eingestürzt, damit etwas Neues gebaut werden kann.

Zum Thema: Wieviele Jahre?

Am 6.8. habe ich dazu etwas geschrieben. Nun habe ich ein neues Diagramm betreffend Patienten in meinem Zustand gefunden. Quelle: http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Urologische-Klinik-und-Poliklinik/de/patienteninformation/prostatakarzinom/therapie/fortgeschrittenes_PCA/index.html
Ich habe mir erlaubt, hier einmal grob meine Zeitrechnung einzuzeichnen. Demnach würden heute in meiner Gruppe nur noch etwa 85% leben, Ende 2015 wären wir bei 50%, aber hier zeigt sich Fortschritt: Dieser Wert konnte in den letzten Jahren auf 60% angehoben werden! Dann gibt es aber auch noch einen Rest von 20% bei dem die Kurve bis 2018 geht und recht flach wird. Als Ingenieur arbeite und denke ich immer noch gerne in Diagrammen.
Nun haben sich die Forscher hier natürlich die denkbar einfachste Messgröße herausgesucht: Die Zeit bis zum Ableben. Gerade jetzt, wo so viel über Sterbehilfe diskutiert wird, sollte man aber berücksichtigen, dass reine Lebenszeit nicht unbedingt das einzig erstrebenswerte ist. Man müsste die reine Lebenszeit in geeigneter Weise mit der "Lebensqualität" verknüpfen, z.B. messbar mit der Health-Survey Skala: Das „36-item-Health-Survey”-Skala (SF36). Vielleicht wäre ein Parameter wie in der Physik: "Arbeit ist Leitung mal Zeit" zu definieren.
Aber das subjektive Empfinden ist wieder anders: Solange man gesund ist, nimmt man Lebensqualität als selbstverständlich (mir ging es auch so) und da ist der Ingenieur mit seinen Berechnungen am Ende!

Donnerstag, 28. August 2014

Heute beim Urologen

Eigentlich hatte ich mir viele Fragen zurecht gelegt, aber es war nur die Vertretung des Arztes da, der mich sonst betreute. Ich merkte dass er es eilig hatte und mir nur schnell die fällige Spritze verpassen wollte. Daher unterließ ich es weiter zu fragen.
Im Wartebereich fand ich am Schriftenstand ein neues Heftchen, dass ich noch nicht kannte. Herausgegeben von einem Pharmakonzern (astellas) aber inhaltlich sehr gut. Die dort gegebenen Ratschläge werde ich mit in unseren Nordseeurlaub nehmen!

Vier Wege zu mehr Lebensfreude während einer Hormonbehandlung gegen Prostatakrebs.

Mit Krebs und seiner Behandlung umzugehen, kann emotional belastend sein, aber es kann für Sie auch eine Zeit sein, andere Sichtweisen in Ihr Leben zu bringen. Die Hormontherapie, die ihnen ihr Urologe verschrieben hat, ist ein neuer Schritt in Ihrem Leben und in ihrem Kampf gegen den Krebs. Wenn Sie aktiv sind und während ihrer Behandlung einen gesunden Lebensstil pflegen, werden sie sich besser fühlen, und ihre Lebensqualität wird zunehmen. Dies liegt an Ihnen, ob Sie diese neue Behandlung dazu nutzen wollen, das Leben sogar noch mehr zu genießen. Denken Sie daran, dass sie die Tatsache, dass sie Krebs haben, nicht ändern können. Was sie aber ändern können, ist die Art, wie sie leben: mit gesunden Entscheidungen und möglichst gutem Wohlbefinden, körperlich wie seelisch. Beginnen Sie heute mit den Veränderungen, die sich für ihr restliches Leben positiv auswirken können.

Ein paar andere Blogs zu meinem Thema gefunden

Tumor ist, wenn man trotzdem lacht!
http://dubesiegstmichnicht.blogspot.de/  
Hier findet man ein beeindruckendes Video (23.8.11)

http://tumor-mit-humor.blogspot.de/  Nachtrag: Was mich immer etwas aus der Fassung bringt sind Männer in den 70ern, die neben mir auf dem Chemo-Stuhl sitzen und sich darüber beschweren, dass ausgerechnet Sie Krebs haben. Wie ungerecht das Leben doch sei. Ich persönlich würde gern tauschen. Mit Mitte 70 ein bisschen Prostata gehört ja fast zum guten Ton :-)

http://prostatakarzinom.blogspot.de/  Ich schreibe diesen Blog, um anderen , die vielleicht vor dem gleichen Problem stehen mit der Diagnose Prostatakrebs und nicht wissen wie es weiter geht! Für mich hat es mit einer Katastrophe begonnen und je mehr ich darüber öffentlich geredet habe, öffneten sich plötzlich Türen und Möglichkeiten, die ich vorher nicht gesehen habe. Es ist meine eigene Geschichte mit dem Prostatakrebs ! Thomas Schroeder / Im Jahr erkranken mehr als 60.000 Männer an Prostatakrebs!!

Mittwoch, 27. August 2014

Bauchgefühle

Am 6.8. habe ich über die Bauchgefühle berichtet. Sie kommen heute immer wieder hoch, wenn ich an meinen morgigen Termin im Krankenhaus denke.
Eigentlich ist ja nichts außergewöhnliches zu erwarten: Ich bekomme eine Spritze und einen Eintrag in meinen "Nachsorgekalender" mit einer achtstelligen Nummer von der Bayerischen Landesärztekammer.
In der SZ wurde ja berichtet, welcher Schock es ist, wenn die Ärzte sagen: "Wir können nichts mehr für Sie tun". Soweit ist es morgen sicher noch nicht (Ca spricht wohl noch auf den Hormonentzug an) und daher sollte ich diesen Termin eher positiv sehen und mich freuen, wenn sich jemand um mich kümmert. Ich bemühe mich...

Dienstag, 26. August 2014

„Sterben ist nicht schrecklich“

So lautet der Titel eines Interviews Von Nina von Hardenberg
SZ: Frau Anwar, hat Sie schon mal ein Patient nach einem tödlichen Gift gefragt?
Petra Anwar: Ja, natürlich, das ist ganz häufig. Vor allem bei meinem ersten Besuch bei einem Kranken. Die Leute bekommen in der Klinik ihre Diagnose und werden dann mit dem Satz „Wir können nichts mehr für Sie tun“ entlassen. Dann landen die Menschen in so einem Vakuum, und die Angst baut sich auf. Dann kommt der Gedanke: Lieber alles schnell hinter mich bringen, denn was kommt, kann nur noch schrecklich sein.
Ist das Sterben wirklich so schrecklich?
Das Sterben ist nicht schrecklich, wenn ich Zugang zu Palliativmedizin habe, wenn ich also eingebettet bin in ein sicheres Netzwerk, das mir auch Nestwärme geben kann mit Ärzten und Seelsorgern als Ansprechpartnern. Leider ist das nicht überall so, und dann kann es schon schlimm werden. Dabei will ich jetzt auch nicht so tun, als wäre ich Mrs. Perfekt, und alle können bei mir superselig sterben. Aber wir können schon viel tun.
Was tun Sie denn, wenn ein Kranker sich umbringen will?
Ich frage, wovor er Angst hat. Ich sage: Wir sind bei Ihnen, egal was passiert. Der Pflegedienst kommt jeden Tag gucken, Sie sind völlig abgesichert. Wir schau'n erst mal, ob wir Ihre Leiden nicht so lindern können, dass Sie noch etwas von Ihrem Leben haben. In der Regel relativiert sich dann der Sterbewunsch. Die Menschen gewöhnen sich an ihre Situation, sie fragen auch nicht mehr: „Wie lange noch?“ Sie fühlen sich sicher und kommen irgendwie zur Ruhe. Man ist dann nur sehr selten damit konfrontiert, dass einer sagt, ich kann nicht mehr, ich will jetzt die Spritze haben.
Wann erleben Sie es dennoch? Bei Schmerzen?
Schmerzen sind eigentlich nie ein Grund. Eher der Verlust der Autonomie. Es gibt Patienten, die können es schwer ertragen, wenn sie im Bett liegen und nichts mehr machen können. Das ist aber eher selten. Ich habe das oft bei Patienten mit der Nervenkrankheit ALS erlebt. Da bleibt der Kopf klar, der Körper kann nichts mehr. Sämtliche Muskeln versagen. Diese Patienten sind bis zum Schluss völlig klar. Da machen sich viele Gedanken, ob sie Sterbehilfe in der Schweiz in Anspruch nehmen sollen. Bei Krebspatienten ist das ganz anders. Sie werden immer müder, schlafen immer mehr und schlafen irgendwann ein.

Kann man sich auf diese Aussage verlassen ???

Samstag, 23. August 2014

Ein halbes Jahr

Als mir die Stationsärztin mit der strengen Prinz Eisenherz Frisur sagte, meine Rückenschmerzen kämen von einem Tumor, den man noch suchen muss, begriff ich gar nicht, was sie meinte. Woher soll man denn auch wissen, dass ein Tumor Rückenschmerzen verursachen kann.
Erst am nächsten Tag wurde mir klar: Du hast Krebs und der hat schon gestreut!
Das ist nun genau ein halbes Jahr her. Was ist ein halbes Jahr? Für uns alte Leute vergeht es sehr schnell. Wir sagen ja: ist denn schon wieder Weihnachten, oder: sind die Enkelkinder aber schnell groß geworden!
Doch kann ich mich auch an Zeiten erinnern, wo ein halbes Jahr sehr lange war. Da war die Zeit, als ich meine Frau kennen und lieben gelernt hatte, und wir ein halbes Jahr getrennt waren. Es gab die komplizierte Schwangerschaft, wo zwei Drittel der Zeit  unendlich lang erschienen, als diese Zeit vor uns lag. Auch nun kommt mir dieses halbe Jahr seit der Diagnose lang vor, denn es hat sich viel getan. Kürzlich kam ja auch noch die Gürtelrose dazu!
Ich habe versucht, das in meinem Blog zu beschreiben. Meine Umwelt hält mich für tapfer. Aber ich glaube nicht, dass ich schon das Prädikat verdient habe, das man manchmal auf Todesanzeigen liest: Nach langer, schwerer und mit Tapferkeit ertragener Krankheit hat er sein Ziel erreicht…
In der Tat hatte ich bislang doch immer wieder die Kraft, mich zu erholen, obwohl ich - jetzt zurückblickend - in diesem halben Jahr nur etwa vier Wochen wirklich schmerzfrei war. Aber ich weiß, meine Kraft ist nicht unbegrenzt.
Mir ist da folgendes Bild eingefallen: Ich befinde mich mit einem Raumschiff auf einer galaktischen (Abenteuer)-Reise und habe nur begrenzte Vorräte an Treibstoff, mit dem ich meinen Kurs korrigieren kann. Irgendwann sind diese Vorräte aufgebraucht und dann verschwinde ich führungslos irgendwo im All. Es sei denn, ich hätte mir eine kleine Reserve aufgehoben, um damit wieder in die Umlaufbahn der Erde zu geraten und dort als Komet zu verglühen.


Dienstag, 19. August 2014

Schmerzen ignorieren

Leider bin ich damit nicht sehr weit gekommen. Im Internet habe wieder alles zu Schulter und Achselhöhle durchsucht. Sichtbare Veränderungen an der Haut zeigten dann die richtige Spur: Gürtelrose. Dies bestätigte auch der Hausarzt und verschrieb dicke Pillen, die alle 4 Stunden zu nehmen sind.
Bin richtig erleichtert, dass das mal nichts mit dem Ca zu tun hat, allenfalls ist eventuell das Immunsystem geschwächt.
"So ist das Leben" sagt sogar manchmal schon der kleine Philipp!
Nachdem unsere Enkel ja vor kurzem die Windpocken überstanden haben, ist der Grundstock gelegt für das, worunter der Opa gerade ziemlich leidet...

Montag, 18. August 2014

Ich darf wieder 20kg heben

6 Wochen sind seit meiner Wirbelsäulen OP vergangen und laut Merkblatt darf ich nun wieder maximal 20kg heben. Ich habe aber das vorherige Limit 5kg auch nicht so ganz ernst genommen (genauso wenig wie den 4 wöchigen Führerschein Entzug).
Meinen Vorsatz Elektoschrott zu entsorgen, habe ich nun begonnen umzusetzen. Ich gehöre ja noch zu der Generation, der es schwer fällt, funktionierende Geräte, die man mit Herzblut gekauft hat, einfach wegzuwerfen.
Aber es will sie keiner mehr. Ich selbst will auch nicht mehr mit quälend langsamen PCs oder eiernden Video- bzw. Tonbändern, oder rauschenden Cassetten arbeiten.
Das Auto ist schon fast voll und ich muss noch sehen, wo ich das Zeug loswerde. Es ist gut, wenn man was zu tun hat. Die Schmerzen in der Schulter ignoriere ich jetzt erst mal. Habe einfach keine Lust auf KH.

Sonntag, 17. August 2014

Letzter Brief an meinen Schwager

Beim Familienfest zitierte ich aus dem letzten Brief an meinen Schwager, der mir vor einigen Jahren vorausgegangen ist:

Lieber Schwager,
bevor wir demnächst ans andere Ende der Welt fahren, ist es mir ein Bedürfnis, Dir persönlich zu schreiben.
Wir denken oft an Dich und ich überlege, wie ich in Deiner Situation handeln würde. Ich weiß nicht, ob ich mich so überlegt und bewusst in mein Schicksal fügen könnte, wie wir es bei Dir erleben!
Auch meine Frau gibt zu, dass sie beim Lesen der Zeitung bei den Todesanzeigen auch auf das Geburtsjahr der Verstorbenen schaut. Man sieht so allmählich, wie auch unsere Jahrgänge auftauchen, wobei man natürlich hofft, noch nicht so schnell an der Reihe zu sein.
Andererseits weiß man jenseits der 60, die große aktive Zeit ist vorbei und was man jetzt noch erlebt ist ein Geschenk, das man dankbar annehmen muss.
Bei den Eltern haben wir erlebt, was bleibt, wenn jemand die Erde verlässt. Dies gilt auch für Personen, die sehr bedeutend waren, oder sich für solche gehalten haben. Mir ist das ein Zeichen, das eigene Leben nicht so wichtig zu nehmen, die Welt wird sich weiter drehen, auch wenn ich einmal nicht mehr dabei bin.
Dein Beispiel hilft zu einer solchen Einstellung...

Statement zum Familienfest

Liebe Gäste,das letzte Mal, als wir uns in dieser Runde trafen, feierten wir unbeschwert den Geburtstag meiner Frau. Ich hatte zwar seit einiger Zeit das Gefühl, dass gesundheitlich etwas nicht stimmte, aber auch der Hausarzt konnte das nicht erklären. Die Diagnose des nicht mehr heilbaren Tumors war im Februar ein Schock für uns alle. Das ist nun etwa ein halbes Jahr her und wir haben mittlerweile viel erlebt.Da ist zunächst die Erfahrung der Liebe und des Mitgefühls, was sonst im Alltag nicht so deutlich wird. Wir leben bewusster, freuen uns über jeden gelungenen Tag und wir haben ein bisschen gelernt, mit der Krankheit umzugehen.Dann ist da die medizinische Seite: Mit meinem Krankenhaus habe ich gute Erfahrungen gemacht. Ich bin immer wieder erstaunt, welche Mühe man sich gibt und welcher Aufwand (auch finanziell) getrieben wird, um einem älteren Menschen, der sein Leben eigentlich gelebt hat, noch eine gute Zeit zu ermöglichen. Fast könnte man ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn man sieht, wie leichtfertig wo anders auf der Welt mit einem Menschenleben umgegangen wird.Was bleibt, ist die Angst vor der Zukunft, da Krebs eine sehr „schmerzintensive“ – wie es im Fachjargon heißt – Krankheit sein kann. Irgendjemand hat diesen Lebensabschnitt einmal als das letzte große Abenteuer bezeichnet. Dieses beschreibe ich auch in meinem Internetblog, von dem Ihr die Adresse habt.Es gilt die Zeit zu nutzen, in der es gut geht und ich freue mich, dass ich heute, so wie früher, am Grill stehen kann. Aber, wie meine Schwester aus ihrer letzten Zeit mit ihrem Mann erzählte: sie waren immer zu dritt, denn er – der Krebs – war immer irgendwie dabei. Doch heute hat er friedlich zu sein.

Freitag, 15. August 2014

Mariä Himmelfahrt

Heute ist bei uns Feiertag: Mariä Himmelfahrt
Als ich im Morgengrauen aufwachte, tat es in der rechten Achselhöhle weh. In meinem "Urteil" stand doch auch etwas von Lymphknotenvergrößerung? Also ab ins Internet und suchen. Bald landete ich natürlich auf:
http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/stadium-fortgeschritten.
Damit war die Stimmung für den ersten Teil des Tages gelaufen.

Als gute Katholiken waren wir in der Kirche und sangen zum Schluss:

6. Segne Du Maria, unsre letzte Stund!
Süße Trostesworte flüstre dann Dein Mund.
Deine Hand, die linde, drück das Aug uns zu,
|: Bleib im Tod und Leben unser Segen Du!:|

Donnerstag, 14. August 2014

Urteil, war es Tod auf Verlangen ?

Weiden. (dpa/we) Die tödlichen Schüsse auf seine unheilbar kranke Ex-Frau muss ein 64 Jahre alter Mann mit acht Jahren Haft büßen. Das Landgericht Weiden sprach den Mann am Donnerstag unter anderem wegen Totschlags schuldig. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Mann im vergangenen Oktober die unheilbar an Krebs erkrankte 61-Jährige mit drei Kopfschüssen umgebracht.
Das Paar hatte trotz der Scheidung in Weiden zusammengelebt. Die Frau hatte wegen ihrer schweren Krankheit nur noch eine Lebenserwartung von wenigen Wochen oder Monaten.

Aus dem Bericht im Oberpfalznetz:
Wochenlang sei über Suizid gesprochen worden. "Unser Plan war, zum Gardasee zu fahren. Wir wollten gemeinsam aus dem Leben gehen." Die Waffen lagen schon im Auto. "Dann haben wir gemerkt, die weite Fahrt ist nicht mehr möglich." Selbst ein Freitod am Felixberg nicht mehr: "Es kam wieder ein Krankheitsschub und wir haben gemerkt: Wir kommen aus der Wohnung nicht mehr raus."
"Sind Sie nie auf eine alternative Möglichkeit gekommen, aus dem Leben zu scheiden?", fragt Richter Markus Fillinger. Doch, sagt Kurt N. Beim Onkologen habe man sich nach humaner Sterbehilfe in der Schweiz erkundigt. Der Arzt habe auf Adressen im Internet verwiesen. "Aber eine Fahrt dorthin war unmöglich geworden." Ein Flug? Noch weniger möglich. "Sie hatten doch genügend Gift daheim", spielt Fillinger auf die Schmerzmittel an. Auch darüber habe er sich mit einem Apotheker unterhalten, sagt N. Der riet ab: "Da wissen Sie nie, wie es ausgeht."

Fazit: Das Ende ist nicht so leicht zu realisieren - zumal bei uns in Deutschland

17 Monate sind geboten

Beim Surfen im Internet habe ich heute im Morgengrauen folgende Meldung entdeckt! Ich werde der Sache nachgehen!
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Zugabe von Docetaxel zu einer Hormontherapie verlängert wesentlich die Überlebenszeit
ASCO 2014, 1. Juni 2014 (American Society of Clinical Oncology): Die Zugabe von Docetaxel zu einer Standard Hormontherapie verbessert wesentlich die Gesamtüberlebenszeit bei metastasierten, hormonsensitiven Prostatakrebs.
Ergebnisse einer Phase-III-Studie E3805, zeigen, dass die Zugabe von Chemotherapeutikum Docetaxel zur Standard-Hormon-Therapie verlängert das Überleben von Männern mit neu diagnostiziertem hormonsensitiven Prostatakrebs um rund 10 Monate.
Bei fortgeschrittenen, metastasierten Prostatakrebs war der Überlebensvorteil deutlich größer.
Die relative Verlängerung der medianen Gesamtüberlebenszeit war sogar noch größer unter den 520 Patienten mit fortgeschrittenen, metastasierten Prostatakrebs: 32,2 Monate vs. 49,2 Monate (Unterschied von 17,0 Monate).
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Mal sehen, was meine Ärzte dazu sagen?

Mehrfach nachgefragt: Mein "Uro" zuckte die Schultern, "soll ich Sie den Onkologen vorstellen?". Bei der Infoveranstaltung am 25.10. war man deutlicher: Das kommt höchstens bei sehr jungen Patienten infrage und es gibt auch widersprechende Studien.

Aufwachen aus der OP

Habe heute mit Bekannten über die Krankheit gesprochen: Was wäre passiert, wenn ich nach der OP nicht wieder wach geworden wäre: Aus meiner Sicht

  NICHTS

(Dass ich die blauen Gestalten im Aufwachraum für Engel gehalten habe, deutet darauf hin, dass religiöse Fundamente aus der Kindheit noch aktiv sind?)
Sicher meine Umwelt hätte rotiert und ich versuche, da nicht ein allzu großes Chaos zu hinterlassen. Ich bin stolz darauf, heute bereits eine Portion Elektroschrott entsorgt zu haben!

Dienstag, 12. August 2014

Wolfgang Bosbach

Heute morgen im MOMA hat mich wieder Herr Bosbach angestrahlt! Meine Schwester hatte mir zum Geburtstag ein Buch über ihn, der an der gleichen Krankheit leidet, geschenkt.

In Wiki findet man: Am 3. Juni 2010 machte Bosbach im ZDF in der Talkshow Markus Lanz seine Prostatakrebserkrankung öffentlich. Im August 2012 gab Bosbach bekannt, dass die Erkrankung wegen fortgeschrittener Metastasen unheilbar sei. Dennoch kandidierte er bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 und wurde erneut direkt gewählt.
Nachdem bei mir die Sache mit der Stenose nun ausgestanden ist, fühle ich mich eigentlich wieder so gut wie an meinem Geburtstag - und in dieser Phase (schlafender Krebs durch Hormonentzugstherapie) unserer gemeinsamen Krankheit ist Herr Bosbach vermutlich auch. Gut, er ist 7 Jahre jünger als ich und arbeitet noch aktiv. Die Erfahrung habe ich aber auch gemacht: wenn es etwas zu tun gibt, was ich kann, fühle ich mich besser. Aber trotzdem bin ich froh, in Rente zu sein, und meine Zeit selbst bestimmen zu können.

Zeit

Jeder Krebskranke hat wohl das Erlebnis, dass mit dem Zeitpunkt der endgültigen Diagnose eine neue Zeitrechnung beginnt. Bei mir ist nun ein halbes Jahr vergangen, in dem ich schon einiges erlebt habe.
Es trifft sich gut, dass es morgen so weit ist, meine Uhr aufzuziehen, die dann wieder 1 Jahr läuft. Werde ich sie noch einmal - oder sogar öfter - aufziehen können?

... und wieder das Thema Sterbehilfe

"Souverenität bis zum letzten Atemzug" forderte ein Vertreter der "Deutschen Gesellschaft für humanes Sterben" kürzlich bei einem Vortrag in Regensburg. Angeblich sind laut einer Forsa-Umfrage 70% der Bevölkerung für eine aktive Sterbehilfe.
Doch unsere Politiker führen einen unsäglichen Eiertanz um die dieses Thema auf, der Ärzte und Pfleger verunsichert oder kriminalisiert.
Wenn Geburtshilfe erlaubt ist, warum soll es dann am anderen Eckpunkt des Lebens keine direkte Hilfe geben? Ich bin sicher, dass ich ein Ende dieser Debatte in Deutschland nicht mehr erleben werde und bin daher schon mal Mitglied bei "Dignitas" (Schweiz) geworden.
Mit großem Interesse habe ich folgendes Buch gelesen: "In "Der sanfte Tod" verteidigt Maurits Verzele das Recht jedes Menschen, über seinen Tod selbst zu entscheiden. Er respektiert den persönlichen Entschluss zum Freitod, wenngleich er nur ganz bestimmte Motive als Grund dafür billigt."
Am besten hat mir der Schlusssatz in diesem Buch gefallen;
"Überlegen Sie es sich gut, bevor Sie zur Tat schreiten!
Das Leben ist schön, besonders wenn man weiß, wie man problemlos und ohne Schmerzen ein Ende machen kann."

Montag, 11. August 2014

Keine Arzttermine?

So fragte meine Frau heute etwas ungläubig. Aber so ist der Mensch, so bald es gut geht, beginnt er sich zu langweilen. Ich habe aber heute an meiner "vorletzten Ruhestätte" gearbeitet. Der Sound passt nun und alle Optionen für Fernsehen sind eingerichtet. Habe die Anlage mit Musik von "Hangar-7" getestet.
Wenn ich mir vorstelle, wie es mir ginge, wenn ich ohne ärztliche Hilfe geblieben wäre, bin ich sehr dankbar und genieße die geschenkte Zeit...

Sonntag, 10. August 2014

Positiv denken

Mein Lieblingsberg ist der Breitenstein und in den vergangenen Jahren war ich jedesmal oben. Ich verkündete immer selbstbewusst: wenn ich das nicht mehr schaffe, werde ich alt.
In diesem Jahr haben wir die Reise in diese Region abgesagt (so wie viele andere, geplante Reisen).
Doch nun, gut ausgeschlafen und schmerzfrei, überlege ich, ob sich das nicht doch nachholen lässt. Aus diesem Grunde habe ich auch schon mal mein Profilbild geändert!

Freitag, 8. August 2014

Wieder eine Nacht überstanden



Es ist 6 Uhr morgens, nach "Herumgeistern", wie es meine Frau nennt, um 2 und um 4 bin ich  nun endgültig aufgestanden. Die Gefühle in den Beinen wurden doch so unangenehm, dass ich nicht mehr entspannt schlafen konnte. Mit Schmerzmitteln will ich nicht schon wieder anfangen und an eine Neuauflage meines Schmerztagebuches denke ich auch noch nicht. Aber da ist eben die Angst vor einer neuen Schmerzperiode und wenn ich da schlaflos im Bett liege, sehe ich vor meinem geistigen Auge das Röntgenbild von meinem Skelett mit den vielen weißen Flecken. Eine neue Aufnahme ist erst im September geplant...
Aber, es gilt den Tag zu nutzen, die Zeit ist zu kostbar, um so viel davon zu verschlafen! Eine neues Projekt wartet auf mich: Ein meist leerstehendes Kinderzimmer richte ich für meine Bedürfnisse her. Dies gilt insbesondere für die multimediale Ausstattung. Viele brauchbare Teile habe ich im Keller gefunden, den ich auch auch noch aufräumen will. Aber das ist eine andere Geschichte...

Ein guter Tag und Rückblick

Meine Frau meinte, ich flitze herum wie früher. Abgesehen von schlechtem Schlaf fehlte auch nichts. Etwas Wehmut kommt aber auf, wenn ich auf das letzte Jahr zurückblicke, was wir da alles unternommen haben,

z.B. die letzte(?) Kreuzfahrt rund um England und dann noch an der Nordseeküste.
Eine kleine Radtour war noch möglich, aber es begannen schon die Schmerzen im Rücken, die keiner deuten konnte. Und in diesem Jahr mussten wir alles absagen, da es nicht mehr planbar war. Traurig war der letzte Gang in unser Reisebüro. Wir hatten eine Fernreise nach Asien gebucht und die war auf keinen Fall mehr durchführbar.

Donnerstag, 7. August 2014

Todkranke Ehefrau litt an extremen Schmerzen


"Brutale Schmerzen" Dieser Artikel hat mir heute zu Denken gegeben. Sieht es so aus in der letzten Schlucht?
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Weiden. (ca) Im Prozess gegen den ehemaligen Bauunternehmer Kurt N. aus Bodenwöhr wegen Totschlags gibt es immer mehr Hinweise auf einen gescheiterten gemeinsamen Suizid. Landgerichtspräsident Walter Leupold las aus einem Schreiben des Angeklagten vor: "Wollten in Torbole am Gardasee gemeinsam aus dem Leben gehen." Am Ende ging es seiner todkranken Frau selbst dafür zu schlecht: "Sogar der Felix (eine Anhöhe mit einer Wallfahrtskirche) in Neustadt war zu viel".

Der Hausarzt aus Weiden bestätigte den dramatischen Zustand. Inge N. (61), "eine attraktive Frau, die jünger aussah", war über 20 Jahre seine Patientin. Seit 2011 litt sie an einem Tumor, der operiert wurde. Die Chemotherapie verlief "relativ gut". "Man machte sich Hoffnungen, dass es zur Genesung gekommen war." Im März 2012 ergab eine Nachuntersuchung ein weiteres Fortschreiten des Tumors mit Metastasen im Bauch und entlang der Gefäße. Die Onkologie empfahl eine palliative Chemo, also eine nicht auf Heilung zielende Therapie: "Das war zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr realistisch."

"Es ging ihr ab Juli subjektiv wesentlich schlechter." Die Beine schwollen an, der Bauchumfang nahm durch den Tumor zu. Im August und September musste sie aufgrund innerer Blutungen stationär behandelt werden. Ab Juli waren die Schmerzen so stark, dass sie vom Klinikum mit vier verschiedenen Opiaten versorgt wurde. Der Internist sah sie zum letzten Mal am 22. August und schätzte da ihre Lebenserwartung auf drei bis sechs Wochen. Leupold. "Sie hat also sogar noch länger gelebt, als Sie ihr an Lebenserwartung gaben?" Der Arzt:. Das kann man sagen." Das Verhältnis des Ehepaars sei immer einvernehmlich gewesen. "Er hat mitgelitten."

Kam ein Freitod in Frage? "Jeder in der Situation stellt sich die Frage, ob es die Möglichkeit zum Freitod gibt", sagt der Internist. Das Einwachsen des Tumors in das Nervengeflecht verursache extreme Schmerzen. Schmerzen, die nicht immer gelindert werden können, wie Prof. Dr. Peter Betz, Rechtsmediziner aus Erlangen, wusste: "Gerade Tumorschmerzen sind ganz brutal. Sie können mit der Konzentration der Morphine schon hochgehen, aber das ist immer eine Gratwanderung zwischen Atemlähmung und Schmerzempfinden."

Sein Kollege Prof. Dr. Stephan Seidl hatte die Leiche obduziert. Er stellte zwei Schädeldurchschüsse fest. Dabei wurde die Pistole, eine Derringer, an der rechten Schläfe aufgesetzt. Der Schusskanal beider Schüsse laufe erstaunlich parallel etwas nach oben. Für Institutsleiter Prof. Betz "spricht das mehr dafür, dass die Schüsse von einer Person ausgeführt worden sind". Der dritte Schuss erfolgte mit zeitlichem Abstand mit dem Revolver in den Nacken und durchschlug Rückenmark und Hals.

Bei der Festnahme in München hatte der 64-Jährige Polizisten den Tatablauf geschildert. Seine Frau habe an starken Schmerzschüben gelitten. Am Vortag habe sie versucht, die Pistole abzudrücken, war aber zu schwach. Einen Notarzt wollte sie nicht. "Sie wollte keinen Arzt mehr sehen, kein Krankenhaus und keine Chemo." Schon länger sei Suizid ein Thema gewesen. "Das hat sich zugespitzt", gibt ein Kripobeamter die Aussagen von Kurt N. wieder.

Als nachts erneut ein Schmerzschub auftrat, habe sie ihren Mann um Hilfe angefleht. Beim Verlassen des Schlafzimmers habe er hinter sich den Schuss gehört. Seine Frau sei schwer verletzt und röchelnd auf dem Bett gelegen. Daraufhin habe er ihr die Pistole aus der Hand genommen und in die Schläfe geschossen. Als sie noch immer nach Luft schnappte, habe er aus dem Tresor im Untergeschoss seinen Revolver geholt, um "das Leiden zu beenden".

Ein plausibler Tathergang? Durchaus, meinen die Rechtsmediziner. Nur in einem Punkt könnte sich der Angeklagte geirrt haben: Die Patientin war möglicherweise schon nach dem ersten Schuss tot. Betz: "Laien denken immer: Der röchelt, also lebt er noch. Aber das kann finale Schnappatmung sein, der Hirntod liegt da längst vor. Es dauert nach einem Schädelbasisbruch eine gewisse Zeit, bis Blut in die Luftröhre fließt." Die DNA-Spuren an der Pistole halfen nicht weiter. Sie sind von Inge N. Das könne laut Rechtsmedizin aber auch am "Blutstaub" liegen.